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„…Tick…Tick… Tick…“ Diese Uhr bringt mich noch um den Verstand. Tag für Tag sitzt ich vor ihr und beobachte den Sekundenzeiger, wie er sich scheinbar in Zeitlupe im Kreis bewegt. Und dazu immer dieses Ticken der Mechanik.

Ich möchte sie zerschlagen, aber es würde sich nichts ändern, nur das Ticken wäre verschwunden. Vielleicht würde ich dann denken, die Zeit, sie bliebe stehen, was dann die gänzliche Verzweifelung nach sich ziehen würde.

Also bleibe ich sitzen, lausche dem Ticken der Uhr und warte. Ich warte schon die ganze Zeit. Irgendwann muss es doch so weit sein.

Manchmal kommt mir dieses Ticken so entsetzlich laut vor, dass ich es nicht aushalte und den Raum mit der Uhr verlassen muss, aber schon nach kurzer Zeit fehlt es mir, ich muss zurück und nach der Uhr sehen, vielleicht läuft sie jetzt ja schneller. Doch als ich den Raum betrete, kommt die Ernüchterung, dass die Zeit immernoch genau so schnell vergeht wie bisher.

Wie beschäftige ich mich nur, um nicht immer auf diese Uhr starren zu müssen? Haushalt? Keine Lust. Spazieren gehen? Und wie soll ich die Uhr dann sehen? Schlafen? Da könnte ich den Augenblick verpassen. Also doch weiter warten.

Es klingelt das Telefon. Es ist die Mutter, die nur fragt wann sie ihren Kochtopf wieder abholen kann. Nach fünf Minuten hab ich und mein Ticken wieder Ruhe. „…Tick…Tick…Tick…“

Wo ist die letzte Stunde hin? Was habe ich gemacht? Bin ich eingeschlafen? Trotz stetigem Blickes auf die Uhr habe ich die Zeit vor lauter Warten total vergessen. Es klingelt an der Tür. Ein Freund steht da mit Erwartungsvollen Augen: „Waren wir nicht verabredet?“ „Oh, sicher komm rein, Kaffee?“ Wir setzen uns. „Hast du das vergessen?“ fragt er mich. Ich noch etwas verwirrt von dem überraschenden Besuch: „Äh, sorry hab die Zeit vergessen!“ „Das ist nicht das erste mal.“ „Ich, weiss…“

Ich schaue zur Uhr, der Sekundenzeiger wandert immernoch langsam über das Ziffernfeld.

„Hallo? hast du noch einen Termin heute?“ unterbrach der Freund mein Starren.

„Äh, nein, es ist nur…, naja ich warte“

„Worauf wartest du?“

„Auf…“ an dieser Stelle fällt mir nichts mehr ein.