Feelings

Ich sehe sie schon von Weitem. Automatisch erhöht sich der Puls. Heute blos keinen Fehler machen. Sehe ich gut aus? Sie tut es, wie immer. Hab ich was im Gesicht. Schnell streiche ich mir noch durchs Haar und über den Mund, in der Hoffnung perfekt für das Aufeinandertreffen zu sein. Die Knie werden weich. Bald ist sie vor mir, dann muss es klappen. Was sage ich ihr? Wie fange ich an. „Hallo“ so wie immer, aber da muss doch noch etwas passieren. Wenn ich es nicht wage, wird die Chance vertan sein und ich muss erneut auf ein Wiedersehen warten. Nur noch drei, dann ist sie dran. Warum beeilen sich die anderen denn nicht. Bis der seine Zigaretten ausgesucht hat, bin ich in Rente. Hoffentlich dauert ihr das nicht zu lang. Dann geht sie, ohne ein Wort mit mir gewechselt zu haben. Das wäre fatal. Aber nein sie bleibt in der Reihe. Endlich, der Nächste ist dran.  Auf seine Worte kann ich mich kaum konzentrieren, mein Blick sucht sie. Ich beobachte sie dabei, wie sie etwas am Handy tippt und sich dann über den Kopf streicht. Hat sie das extra gemacht? Glaube ich nicht, sie schaut ja nicht einmal in meine Richtung. „Lasst mich alle in Ruhe, ich will da was klären!“ würde ich am liebsten durch den Laden schreien, aber stattdessen versuche ich hektisch einen nach dem anderen abzufertigen, damit ich endlich Zeit für sie habe. Nach dem Nächsten kommt sie auch schon dran. Vielleicht punkte ich ja, wenn ich schon weiss, was sie möchte. Ich denke kurz nach und prompt fällt es mir ein. Ob das schon reicht, um sie auf mich aufmerksam zu machen? Ich denke nein. Was braucht der Typ so lange. Oh nein es stehen welche hinter ihr. Seht ihr denn nicht, dass ihr stört? Wie soll ich sie nun ansprechen? Sie ist dran. Wie aus einem Reflex greife ich ihre Marke, noch bevor sie auch nur einen Ton sagen kann und frage, ob sie eine oder zwei haben möchte. Sie scheint verwundert und sagt:“Eine“ Jetzt sag schon was! Sie gibt mir das Geld. Letzte Chance! Sprich sie an! Ich gebe ihr das Rückgeld und wünsche ihr ein schönes Wochenende. Sie bedankt sich und geht. Ich schaue ihr noch lange nach. Mir ist egal, ob da noch wer vor mir steht. Sie geht am Fenster vorbei, schaut aber leider nicht mehr rein. Ob ich sie wirklich ansprechen soll? Wenn ich es nicht mache wird mich diese Frage noch eine ganze Weile quälen. Nur diese Hemmungen, die müssen weg.
Dabei kann nur ich mir helfen! Also packen wir das an! Beim nächsten mal 😉

Und da ist sie wieder.
Ich schließe die Tür. Das Schloss rastet ein.
Ich höre noch die Schritte, wie sie die Stufen im Treppenhaus hinabschreiten.
Der Raum riesig und leer. Ich setze mich, starre an die Wand.
Was war das? Was wird das?
Gedanken vernichten. Sie kommen zurück.
Schlafen? Kann ich noch nicht.
Auf bleiben? Will ich nicht mehr, ich bin müde.

Blicke ich auf mich, sehe ich eine Baustelle. Der Spiegel muss mal geputzt werden.
Ein müder Blick kommt mir entgegen. Ich sollte doch schlafen gehen.
Wieder diese Gedanken. Wohin? Warum? Alles gut?
Nein, eigentlich nicht.
Obwohl, eigentlich doch.
Es war doch schön. Und nun ist es…
Wie sollte es sein? Anders auf jeden Fall.

Ich spüre die Schwäche. Das Bett ist bequem.
Augen zu, ein Bild. Wunderschön.
Ich muss lächeln. Könnte weinen.
Ich bleibe beim Lächeln.
Ich bin kurz vor dem Einschlafen,
und da ist sie wieder,
diese eine Frage nach dem Warum?
Doch nur ich kann diese Frage beantworten. Warum tue ich es dann nicht?
Dann wird es dunkel. Gute Nacht

Bleib Tapfer mein Freund.
Es geht vorran
Das allein zählt!

Vergiss die, die dir alles vermiesen wollen
Vergiss all das Schlechte

Denke an das Gute
Denke an das Glück

Es regnet schon den ganzen Tag
Das ist egal
In den Nachrichten wieder einmal schreckliches passiert
Das ist egal
Verzweifeln? Keine Option
Optimismus ist gefragt.

Woher nehmen?
Wird schon schief gehen?
Kann ja eigentlich nur schief gehen!
Wo ist der Optimismus, wenn man ihn nötig hat?
Egal.

Der Tag ist schön
Wenn es auch nur kleine Momente sind,
Sie bleiben im Kopf.
Der Rest?
Ausblenden!
Lachen, um das Weinen zu vergessen
Es hilft.
An das schöne Lächeln denken, das man dir geschenkt hat, um den Frust zu vergessen
Es hilft.
Du bist ein guter Mensch
Es hilft.

Ich wünsche Dir einen schönen Tag

Es wird kalt und ich meine nicht den Winter, der ist ja relativ milde bis jetzt.
Ich mag schon gar nicht mehr bei Facebook scrollen, aus Angst es kommt wieder ein Post, der mich traurig, aber auch wütend macht.
Soviel Zorn prallt mir entgegen. Es scheint, als seien soziale Netzwerke nur dazu gedacht, seinen alltäglichen Frust abzuladen und ich muss es dann ertragen.
Falsch, ich muss es nicht, ich könnte alles einfach aus lassen. Das wäre wohl gesünder für das Herz, aber ich habe gelernt diese negative Aura die mich, oder zumindest mein Profil umgeben zu scheint auszublenden, wenn ich dann doch endlich mal einen Post finde, der mich positiv anspricht, weil es ein „Danke!“ oder die Freude, die etwas bei einem auslöst, so dass er es der Welt mitteilen möchte.
Ich wünschte, ich würde mehr solcher Posts finden.